Strom- und Wasserversorgung Reintalerhof
Letzte Aktualisierung: 8. 1. 2012 |

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Die Strom- und Wasserversorgung des Reintalhofs ist Teil der Geschichte des gesamten Hofes
Spannend ist das Thema, weil die hinter der Versorgung stehende Technik bis heute noch in weiten Teilen erhalten und zu besichtigen ist.
Auf dieser Seite stelle ich die mir bekannten, historischen Informationen verschiedenen aktuellen Aufnahmen gegenüber.
Ab dem Jahr 1922 wird der Reintalerhof durch eine erste Anlage mit Licht- und Kraftstrom versorgt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom
1. 1. 1922
Das Turbinenhaus wird am 3. 10. 1924 in Betrieb genommen.
Der erzeugte Strom ist sowohl für den Reintalbauern wie den Reintalerhof, bzw. das Hospiz. Die erste Turbine war eine Neumeyer-Turbine von 1924 mit 66 PS.
Kommen Sie mit auf eine Wanderung von der Bodenlahne bis hinunter zur Partnach. |
Ob eine erste Kraftanlage mit dem Wasser aus dem Wieslegraben gespeist wurde, konnte ich bis heute noch nicht in Erfahrung bringen.
In allen von mir eingesehen Unterlagen beginnt die Stromgewinnung durch die Entnahme von Wasser aus der Bodenlahne und der Überleitung dieses Wasser in den Stauweiher im Wieslegraben.
Dazu wurde eine Wasserausleitung aus der Bodenlahne eingerichtet. |

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So sieht es 2011 an der Bodenlahne aus: Kein Holzziehweg ist mehr erkennbar, wie noch auf der o. a. Karte. von 1956 angegeben ist. |

Nach kurzer Suche ist schnell dieser Brückenrest mit dem Wasserrohr, einem angeschweißten Eisenträger und einem Baumstamm daneben gefunden. Der Blick auf dieser Aufnahme ist in Richtung der Laubhütte. |

Die Wasserentnahme von vorne |

und von der Seite. |

Die Wasserentnahme von "unten" |

und das Handrad, um den Wasserzulauf zum Wieslegraben zu steuern. |
Das Wasser floss dann durch das Rohr zum Staubecken am Wieslegraben in der Nähe des Reintalerhofs. Dazu mußte der Weissgraben überquert werden. Bauliche Reste dieser Rohrbrücke konnte ich im Herbst 2011 nicht finden.
In das Staubecken floss also das Wasser aus dem Wieslegraben und sowie der abgezweigte Teil aus der Bodenlahne.
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Der Plan des Stauweihers im Wieslegraben. |

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Rechts der Einlauf des von der Bodenlahne abgeleiteten Wassers in den Wieslegraben mit der Staumauer im Hintergrund. Es ist ein U-förmiger, breiter Kanal aus Betonteilen, die aber jetzt, im Herbst 2011 sehr mürbe und zum Teil zerbrochen sind. |

Die Staumauer mit einem Holzkasten, in dem wohl eine Steuerung eingebaut war.

Blick vom Graben auf die Staumauer. |

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Herr Paul Peter Freisl aus Garmisch schreibt mir: "In der Flurkarte mit den Eintragungen zum E-Werk ist mir aufgefallen, daß das Einlaufbauwerk des EW nahe dem Reintaler Hof als 'Tiroler Wehr' bezeichnet wird - dies ist falsch. Bei dem Tiroler Wehr (Überlaufwehr) handelt es sich um das Wehr in der Bodenlaine (s. o.), das Einlaufbauwerk zur Falleitung ins E-Werk ist ein normales Stauwehr." |
Nachdem nun das Wasser im Staubecken gesammelt ist, floss es durch eine Rohrleitung zum Krafthaus an der Partnach.
Die Fallhöhe betrug 77 Meter.
An manchen Stellen der neuen Forststraße kann man das Rohr, bzw. Reste davon immer noch sehen.
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Der Plan des Krafthauses. |

Und hier ein Blick in das Haus in den sechziger Jahren.
Im Hintergrund der alte Generator, der 1959 im Zuge der Modernisierung der Stromversorgung ausgetauscht wurde.
Grundsätzlich liefen Turbine und Generator Tag und Nacht sehr zuverlässig.
Trotzdem wurde die Anlage einmal wöchentlich vom Hausmeister gewartet. Einmal jährlich kam der Elektriker Kemmethmüller aus Garmisch-Partenkirchen und überprüfte die gesamte Anlage.
Mehr Aufmerksamkeit mußte dem Staubecken gewidmet werden. Dieser kleine Stausee, der im Sommer auch als (Kurz-) Badesee genutzt wurde, mußte einmal wöchentlich, im Herbst auch noch öfter gereinigt werden, damit die Rechen nicht verstopften. |
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Das Krafthaus im Herbst 2011.
Verschlossen und unberührt.
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